Net Billing in Kroatien: was Sie für Ihren Solarstrom tatsächlich bekommen

Für Eigentümer, die deutsche, österreichische oder Schweizer Regeln gewohnt sind. Stand September 2026.

Kurz gesagt: Kroatien zahlt keine Einspeisevergütung für Solarstrom und kennt kein Net Metering. Es gilt Net Billing. Strom, den Sie im Moment der Erzeugung selbst verbrauchen, ist so viel wert wie der Bezugspreis, den Sie sonst gezahlt hätten – rund 0,13 bis 0,18 EUR je kWh. Eingespeister Strom wird deutlich niedriger gutgeschrieben, in der Größenordnung von 0,04 bis 0,07 EUR je kWh. Alles, was Dimensionierung und Betrieb einer Anlage in Kroatien betrifft, folgt aus dieser Differenz.

Drei Systeme, die verwechselt werden

ModellFunktionsweiseWoher Sie es kennen
EinspeisevergütungEin fester Preis je kWh für alles, was erzeugt wird, über Jahre garantiert, unabhängig vom Eigenverbrauch.Deutschland und Österreich historisch – und der Grund, warum viele Eigentümer mit falschen Erwartungen ankommen.
Net MeteringDer Zähler läuft faktisch rückwärts. Eingespeiste kWh verrechnen sich eins zu eins mit bezogenen, zum vollen Endkundenpreis. Das Netz wird zum kostenlosen Speicher.Teile der USA und einige frühere europäische Modelle.
Net Billing (Kroatien)Bezug und Einspeisung werden getrennt gemessen und unterschiedlich bewertet. Die Einspeisung wird gutgeschrieben, aber deutlich niedriger als der Bezugspreis.Kroatien heute – und zunehmend europäischer Standard.

Was auf Ihrer Rechnung tatsächlich passiert

Sobald der Zweirichtungszähler gesetzt ist, entstehen je Abrechnungsperiode zwei Zahlen: wie viel Sie aus dem Netz bezogen und wie viel Sie eingespeist haben. Die Energie, die Sie erzeugt und im Haus verbraucht haben, taucht überhaupt nicht auf, weil sie den Zähler nie passiert hat. Genau diese unsichtbare Menge ist der wertvollste Strom, den Sie besitzen.

Die eingespeiste Menge wird gegen Ihre Schuld verrechnet. Haben Sie in der Periode mehr eingespeist als bezogen, wird der Überschuss vorgetragen statt ausgezahlt – was für eine Ferienimmobilie wichtig ist, die das ganze Frühjahr erzeugt und im August verbraucht. Grundgebühren, Netzentgelte und Abgaben bleiben in jedem Fall bestehen: Eine PV-Anlage senkt den Energieanteil Ihrer Rechnung, nicht die ganze Rechnung.

Die eine Regel, die daraus folgt

In Kroatien ist eine selbst verbrauchte Kilowattstunde rund dreimal so viel wert wie eine eingespeiste. Planen und betreiben Sie danach.

Drei praktische Konsequenzen, nach Geldwert geordnet:

  • Nicht überdimensionieren. Alles über Ihrem Tagesverbrauch geht zum niedrigen Satz ins Netz. Bei einem großen Dach und einer kleinen Rechnung verdienen die letzten kWp ein Drittel dessen, was die ersten verdienen. Wir dimensionieren nach gemessenem Verbrauchsprofil, nicht nach Dachfläche.
  • Verbräuche in die Mittagsstunden legen. Boiler, Waschmaschine, Spülmaschine, Poolpumpe. Kostet nichts und bewegt bei einem gut genutzten Objekt mehrere hundert Euro im Jahr. Eine Poolpumpe von der Nachtschaltung auf zehn bis sechzehn Uhr umzustellen, ist die Änderung mit dem höchsten Ertrag, die wir bei der Inbetriebnahme vornehmen.
  • Einen Speicher an der Differenz messen, nicht an der Rechnung. Ein Speicher verdient je gespeicherter Kilowattstunde die Differenz zwischen Bezugspreis und Einspeisegutschrift, also rund 0,08 bis 0,13 EUR. Bei 400 bis 600 EUR je nutzbarer kWh braucht er nahezu tägliche Zyklen, um sich zu rechnen.

Was das für verschiedene Eigentümer bedeutet

SituationFolge unter Net Billing
Dauerhaft bewohntes HausGut. Verbrauch über das Jahr verteilt, Eigenverbrauch typischerweise 35 bis 50 Prozent ohne Speicher, mit Lastverschiebung mehr.
Vermietete Villa oder FerienwohnungenBester Fall an dieser Küste. Verbrauchsspitze im Juli und August, genau in der Erzeugungsspitze. Eigenverbrauch oft über 55 Prozent.
Ferienhaus mit wenigen Wochen NutzungSchwächster Fall. Der größte Teil wird zum niedrigen Satz eingespeist – deshalb empfehlen wir hier oft eine kleinere Anlage, als das Dach hergäbe.
Betrieb mit TageslastAusgezeichnet. Werkstatt, Laden oder Büro verbrauchen per Definition tagsüber. Eigenverbrauch über 70 Prozent ist möglich.

Zwei Fragen, die Sie Ihrem Installateur stellen sollten

Wenn Sie Angebote vergleichen, verraten diese beiden Fragen sehr viel darüber, mit wem Sie es zu tun haben.

  • Welchen Eigenverbrauchsanteil haben Sie angesetzt, und worauf stützt er sich? Wer nicht nach Ihren Verbrauchsdaten gefragt hat, kann das nicht beantworten – und seine Ersparnisrechnung ist Dekoration.
  • Mit welchem Wert für eingespeisten Strom rechnen Sie in der Amortisation? Eine Amortisationsrechnung, die eingespeisten Strom stillschweigend zum Endkundenpreis bewertet, sieht erheblich besser aus als die Wirklichkeit. Das ist der häufigste Weg, ein kroatisches PV-Angebot attraktiv erscheinen zu lassen.

Denken Sie über Photovoltaik für Ihre Immobilie in Kroatien nach?

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SOENSO fragen

Häufige Fragen

Gibt es in Kroatien eine Einspeisevergütung für Photovoltaik?

Für gewöhnliche Haushalts- und Kleingewerbeanlagen nicht. Kroatien nutzt Net Billing: Eingespeister Strom wird gegen die Rechnung gutgeschrieben, zu einem niedrigeren Satz als der Bezugspreis, nicht als garantierte Vergütung ausgezahlt.

Was ist der Unterschied zwischen Net Metering und Net Billing?

Bei Net Metering verrechnen sich eingespeiste und bezogene Kilowattstunden eins zu eins zum vollen Endkundenpreis. Bei Net Billing, wie in Kroatien, werden sie getrennt gemessen und unterschiedlich bewertet – die Einspeisung ist deutlich weniger wert.

Wie viel ist eingespeister Solarstrom in Kroatien wert?

In der Größenordnung von 0,04 bis 0,07 EUR je kWh, gegenüber rund 0,13 bis 0,18 EUR je kWh für bezogenen Strom. Eigenverbrauch ist damit etwa dreimal so viel wert.

Wird der Überschuss ausgezahlt?

Überschüsse werden in der Regel als Gutschrift auf künftigen Verbrauch vorgetragen, nicht in bar ausgezahlt. Ein Objekt, das im Frühjahr erzeugt und im Sommer verbraucht, profitiert davon.

Verschwindet meine Stromrechnung komplett?

Nein. Grundgebühren, Netzentgelte und Abgaben bleiben. Die PV-Anlage senkt den Energieanteil – bei einer gut abgestimmten Anlage auf einem bewohnten Objekt immer noch der größte Posten.

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